In Wien gilt im Ortsgebiet grundsätzlich Tempo 50, doch rund zwei Drittel der etwa 2.800 km Straßen haben bereits Tempo 30. Auf dem Gürtel bleibt es bei 50 km/h, auf der Südosttangente A 23 sind vielfach 80 km/h erlaubt, und in Baustellen wie auf der A 4 sind es derzeit 60 km/h. Wer durch Wien fährt, wechselt also ständig zwischen ganz unterschiedlichen Zahlen.

Tempolimits in Wien im Überblick
Strecke oder ZoneTempolimit
Ortsgebiet ohne Schild50 km/h
Wohngebiete, rund zwei Drittel des Netzes30 km/h
Gürtel50 km/h
Südosttangente A 23Vielfach 80 km/h
A 4, Knoten Prater bis Schwechat, Baustelle bis Dezember 202660 km/h mit Section Control
Begegnungszone20 km/h, per Schild bis 30 km/h
Quelle: ÖAMTC, ORF Wien, Wirtschaftskammer Österreich, VIENNA.AT, geprüft am 2. November 2026. Es gilt immer das Schild oder die Anzeige an der Straße.

Wie schnell darf man in Wien fahren?

In Wien darfst du im Ortsgebiet höchstens 50 km/h fahren, wenn kein Schild etwas anderes zeigt. Das ist die allgemeine Regel in ganz Österreich, wie der ÖAMTC für Pkw zusammenfasst. Außerhalb des Ortsgebiets wären es 100 km/h, auf Autobahnen 130 km/h. Auf den Stadtautobahnen in Wien zählen aber vor allem Schilder und Anzeigen, wie die Tangente mit ihren 80 km/h zeigt.

Wie viel von Wien ist Tempo 30?

Rund zwei Drittel der Wiener Straßen haben Tempo 30, in den kleinen Nebenstraßen sind es fast 90 Prozent. Das sagte die Stadt 2023 gegenüber dem ORF, eine neuere Gesamtzahl haben wir nicht gefunden. Laut demselben Bericht sind es genau genommen 68 Prozent eines Netzes von rund 2.800 km.

Das Bild ist also fast umgekehrt zu dem, was das Gesetz als Regel nennt: In Wohngebieten ist Tempo 30 normal, auf Hauptrouten bleibt es meist bei 50. Die Stadt prüft das laut ORF Zone für Zone. Auf der Favoritenstraße etwa spielt der Bus 13A mit seinen dichten Intervallen eine Rolle, auf der Gumpendorfer Straße gilt Tempo 30 wegen der vielen Fußgänger und der engen Fahrbahn. Wie die Regeln in ganz Österreich aussehen, erklärt unser Ratgeber zu den Tempolimits in Österreich.

Wie schnell fahren Autos in Wiener 30er-Zonen wirklich?

Oft etwas schneller, als das Schild erlaubt. Der Verkehrswissenschaftler Ulrich Leth maß laut ORF in 30er-Zonen häufig 35 bis 40 km/h. Das klingt nach wenig, doch gerade in engen Gassen mit parkenden Autos und Kindern zählt jeder Meter Bremsweg. Das Schild steht dort also nicht ohne Grund.

Kommt mehr Tempo 30 nach Wien?

Mehr Tempo 30 ist vor allem an besonders sensiblen Orten möglich. Seit dem 1. Juli 2024 können Behörden bei Schulen, Spielplätzen oder Pflegeheimen leichter 30 oder 40 km/h festlegen. Die allgemeine Grenze von 50 km/h bleibt aber, und ein ganzer Ort lässt sich laut ÖAMTC nicht einfach zur Tempo-30-Zone erklären. Der Verkehrswissenschaftler Ulrich Leth sprach sich 2023 im ORF für Tempo 30 fast überall aus, das Kuratorium für Verkehrssicherheit erwartete bei einer Ausweitung rund ein Viertel weniger Unfälle mit Verletzten.

Welches Tempolimit gilt auf dem Gürtel?

Auf dem Gürtel gilt Tempo 50, und die zuständige Magistratsabteilung hält wenig von einer Änderung. Der Gürtel ist mit rund 70.000 Autos am Tag eine der wichtigsten Routen Wiens. Im Sommer 2026 sammelte die Initiative „Gürtelliebe“ Unterschriften für Tempo 30, weil das Lärm, Stau und Unfälle verringern und die Luft verbessern soll. Ende August waren es laut ORF gut 500 Unterschriften.

Die Stadt sieht das skeptisch. Markus Raab, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 46, warnt vor Ausweichverkehr: Bei Tempo 30 auf dem Gürtel würden mehr Autos durch die Wohngebiete fahren. Die Straßenverkehrsordnung setzt 50 km/h im Ortsgebiet als Regel und verlangt für weniger einen besonderen Grund, der auf einer stark befahrenen Hauptroute schwerer zu begründen ist. Die Strategie der Stadt lautet, den Verkehr auf Hauptstraßen zu bündeln und Wohngebiete zu beruhigen. Frühere Versuche, den Gürtel selbst zu beruhigen, sind laut ORF gescheitert.

  • Hauptfahrbahn: 50 km/h, sofern nichts anderes angezeigt ist
  • Radarbox: Am Inneren Währinger Gürtel auf Höhe der Einfahrt zum AKH nennt der ÖAMTC einen bekannten Standort.
  • Rotlicht: An der Kreuzung Neubaugürtel und Felberstraße steht laut ÖAMTC eine Ampelkamera.

Wie schnell darf man auf der Tangente A 23 fahren?

Auf der Südosttangente A 23 waren laut einem Bericht von 2025 bei der Ausfahrt Altmannsdorf 80 km/h erlaubt. Eine amtliche Liste aller Abschnitte haben wir nicht gefunden, und auf der Tangente wird oft gebaut. Achte deshalb immer auf die Anzeigen über der Fahrbahn.

Die rund 18 km lange Tangente ist laut ORF Österreichs meistbefahrene Autobahn, auf einzelnen Abschnitten sind es mehr als 200.000 Fahrzeuge am Tag. Bei so viel Verkehr entscheidet oft nicht das Limit über dein Tempo, sondern der Stau. Für die Hanssonkurve vor dem Verteilerkreis nennt der ÖAMTC Richtung Norden den Standort einer Radarbox.

Wenn die Tangente saniert wird, überwacht die ASFINAG das Limit oft auch per Section Control. Bei der Generalsanierung der knapp drei Kilometer langen Hochstraße St. Marx mit ihren 32 Brücken galt das sogar für die Zu- und Abfahrten.

Was gilt 2026 auf den Baustellen der Stadtautobahnen?

Auf den Baustellen rund um Wien gelten meist 60 km/h. Der ÖAMTC nannte Ende Oktober 2026 diese Stellen:

  • A 4 zwischen Knoten Prater und Schwechat: Bis Dezember 2026 laufen Belagsarbeiten und Brückeninstandsetzungen, es gelten 60 km/h mit Section Control in beiden Richtungen.
  • A 21 zwischen Knoten Vösendorf und Brunn am Gebirge: Dort galten während der Arbeiten 60 km/h. Sie waren bis zum 23. Oktober angesetzt, prüfe also den aktuellen Stand.

Wo gibt es Section Control in Wien?

In Wien steht die bekannteste Section Control im Kaisermühlentunnel auf der A 22, dazu kommen mobile Anlagen in Baustellen. Der Kaisermühlentunnel war 2003 die erste Anlage dieser Art in Österreich. Die Verordnung legt die Messstrecke zwischen km 1,53 und km 3,84 fest, auf beiden Richtungsfahrbahnen.

Gemessen wird dort dein Durchschnitt: Kennzeichen und Zeit werden bei Ein- und Ausfahrt erfasst. Laut ASFINAG sanken die Unfälle im Verhältnis zur Verkehrsmenge um 50 Prozent, und seit der Installation gab es im Tunnel keinen tödlichen Unfall mehr. Während der Generalerneuerung der A 23 lief die Technik auch auf den Hochstraßen St. Marx und Inzersdorf. Wo eine Section Control steht, fahren die Autos laut ORF im Schnitt sieben km/h langsamer. 2023 waren in ganz Österreich sechs feste und 20 mobile Anlagen im Einsatz. Mehr dazu liest du im Ratgeber Section Control in Österreich.

Wo stehen Radarboxen in Wien?

Bekannte Radarboxen stehen in Wien laut ÖAMTC auf dem Gürtel, an der Tangente und auf den Donaubrücken, aber nicht jede Box ist immer aktiv. Die Polizei setzt in Wien auf ein mobiles Konzept: Die Geräte wandern von Box zu Box, die „scharfen“ Standorte wechseln also ständig. Sie stehen dort, wo Unfallgefahr, hohes Verkehrsaufkommen oder Umweltbeschränkungen es erfordern. Die neuen Boxen messen laut ÖAMTC mit Laser und sehen den alten optisch sehr ähnlich.

  • Innerer Währinger Gürtel, Höhe Einfahrt AKH
  • Südosttangente A 23, Hanssonkurve Richtung Norden vor dem Verteilerkreis
  • Floridsdorfer Brücke
  • Kagraner Brücke und Wagramer Straße

Dazu nennt der ÖAMTC rund 35 Orte mit mobilen Messungen in mehreren Bezirken, darunter Opernring, Franz-Josefs-Kai, Rennweg, Reichsbrücke und Brigittenauer Lände. Mehrere liegen in Tempo-30-Zonen. Ampelkameras gibt es an sechs Kreuzungen, etwa Schottenring und Franz-Josefs-Kai, Universitätsstraße und Währinger Straße sowie Neubaugürtel und Felberstraße. Die Polizei plant laut ÖAMTC weitere. Die Liste ist also nur eine Momentaufnahme, und eine vollständige amtliche Übersicht haben wir nicht gefunden.

Was messen die neuen Radargeräte in Wien?

Die neuen Geräte in Wien liefern hochauflösende Bilder und können je nach Standort in beide Fahrtrichtungen messen. Es gibt sie als runde Säule oder graue Box. Laut Landesverkehrsabteilung lassen sich auf den Bildern auch Handy am Steuer und ein fehlender Gurt erkennen. Die Aufnahmen werden nach Abschluss des Verfahrens gelöscht. An manchen Orten kommt es laut ÖAMTC außerdem zu Anhaltungen, bei denen die Polizei auch Führerschein, Zulassungsschein und Gurt kontrolliert.

Was gilt in der Begegnungszone auf der Mariahilfer Straße?

In einer Begegnungszone gelten in Österreich grundsätzlich 20 km/h, ein Schild kann das auf 30 km/h anheben. Die Mariahilfer Straße wurde 2015 zum Teil zur Begegnungszone, die erste Wiener Zone entstand 2013 in der Wehrgasse auf der Wieden. Fußgänger dürfen hier die gesamte Fahrbahn benutzen, und Autofahrer dürfen sie und Radfahrer weder gefährden noch behindern.

Für dich heißt das: Wer von der Gürtel-Hauptfahrbahn in die Innenbezirke abbiegt, wechselt innerhalb weniger Minuten von 50 auf 30 und vielleicht auf 20 km/h. Das ist genau die Situation, in der ein Schild am leichtesten übersehen wird.

Was bedeutet das für deine nächste Fahrt durch Wien?

Für deine nächste Fahrt heißt das: In Wien gibt es nicht die eine Zahl, die du dir merken kannst. Tangente, Gürtel, Wohngebiet und Baustelle haben jeweils eigene Regeln, und dazu kommen Straßenbahnen, Radfahrer und dichte Kreuzungen. Je weniger du dabei nach festen Anlagen suchen musst, desto mehr Aufmerksamkeit bleibt für die Menschen auf der Straße.

  1. Rechne im Wohngebiet grundsätzlich mit Tempo 30 und schau auf das Zonenschild.
  2. Stell dich auf der Tangente auf wechselnde Anzeigen und Baustellen ein.
  3. Plane an der A 4 bis Dezember 2026 mehr Zeit ein.
  4. Fahr in der Begegnungszone so, dass Fußgänger sich sicher fühlen.

Dafür gibt es Ghost. Die App läuft im Hintergrund neben Google Maps und warnt dich sicher mit einem Banner und einem Ton über deiner Musik, etwa 700 m vor bekannten festen Blitzern und Abschnittskontrollen, bei 250 m noch einmal. Beim Näherkommen siehst du klar die genaue Entfernung. Ghost kennt mehr als 125.000 Blitzer weltweit und läuft auch auf CarPlay, Android Auto und der Apple Watch. Vor Polizeikontrollen warnt Ghost nicht, und Radar erkennt es nicht. So behältst du die Straße im Blick und kommst sicher an.