In Österreich gelten für Pkw drei Grundzahlen: 130 km/h auf der Autobahn, 100 km/h auf Freilandstraßen und 50 km/h im Ortsgebiet. Auf einigen Autobahnabschnitten senkt das Immissionsschutzgesetz-Luft, kurz IG-L, das Limit aus Gründen der Luftqualität auf 100 km/h, etwa auf Teilen der A 12 in Tirol. Schilder und Anzeigen gehen immer vor, und auch mit Anhänger oder in der Nacht gelten andere Werte.

Tempolimits in Österreich
FahrzeugOrtsgebietFreilandstraßeAutostraßeAutobahn
Pkw, Kombi, Lkw bis 3,5 t50 km/h100 km/h100 km/h130 km/h
Pkw mit leichtem Anhänger50 km/h100 km/h100 km/h100 km/h
Pkw mit schwerem Anhänger, Klasse B genügt50 km/h80 km/h100 km/h100 km/h
Pkw mit schwerem Anhänger, Klasse BE oder Code 9650 km/h70 km/h80 km/h80 km/h
Quelle: ÖAMTC, Zulässige Höchstgeschwindigkeiten in Österreich, und Straßenverkehrsordnung 1960 § 20, geprüft am 1. November 2026.

Wie schnell darf man in Österreich fahren?

In Österreich darfst du ohne anderes Schild im Ortsgebiet 50 km/h, auf Autobahnen 130 km/h und auf den übrigen Freilandstraßen 100 km/h fahren. Diese drei Werte stehen in § 20 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung 1960. Die Behörde kann sie durch Verordnung senken oder, wo es sicher ist, auch erhöhen.

Über allem steht § 20 Absatz 1: Du musst dein Tempo den Umständen anpassen, besonders Straße, Verkehr und Sicht, sowie dem Fahrzeug und der Ladung. Die Grundzahlen sind also Obergrenzen, keine Empfehlung. Die Regeln gelten für alle, auch mit deutschem Kennzeichen, und im Unterschied zu Deutschland gibt es auf der Autobahn ein allgemeines Limit. Wie es beim Nachbarn aussieht, erklärt unser Ratgeber zum Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Wie schnell darf man in Österreich auf der Autobahn fahren?

Auf österreichischen Autobahnen sind für Pkw höchstens 130 km/h erlaubt, solange kein Schild und keine Anzeige einen anderen Wert nennen. Das gilt auch für Kombis, Lkw bis 3,5 t und Motorräder. Am häufigsten ändern Baustellen, Verkehrsbeeinflussungsanlagen und das IG-L diese Zahl.

Wie schnell darf man nachts auf der Autobahn in Österreich fahren?

Nachts gelten laut ÖAMTC auf sogenannten Transitautobahnen von 22 bis 5 Uhr für Pkw höchstens 110 km/h. Die übrigen Autobahnen bleiben bei 130 km/h, sofern nichts anderes angezeigt wird. Achte nachts also besonders auf die Tafeln, denn der Wert kann sich mit dem Abschnitt ändern.

Wie schnell darf man auf der Autostraße fahren?

Auf Autostraßen nennt der ÖAMTC für Pkw 100 km/h. Schilder können einen anderen Wert vorgeben, und das Schild geht immer vor.

Darf man in Österreich schneller als 130 km/h fahren?

Nein, 130 km/h ist auf österreichischen Autobahnen die Obergrenze. Das Gesetz erlaubt der Behörde zwar, die Werte aus § 20 durch Verordnung zu erhöhen, das Schild müsste dann aber genau das zeigen. Für die Praxis merkst du dir: Ohne Anzeige sind es 130 km/h, mit Anzeige die angezeigte Zahl.

Wie schnell darf man mit Anhänger in Österreich fahren?

Mit leichtem Anhänger darfst du auf der Autobahn 100 km/h fahren, mit schwerem Anhänger 100 oder 80 km/h, je nach Führerscheinklasse. Bei einem schweren Anhänger, für den Klasse B ausreicht, sind es auf der Autobahn 100 km/h und auf der Freilandstraße 80 km/h. Braucht das Gespann Klasse BE oder den Code 96, sind es auf der Autobahn 80 km/h und auf der Freilandstraße 70 km/h.

Wie schnell darf man auf der Landstraße in Österreich fahren?

Auf der Landstraße, die in Österreich Freilandstraße heißt, gelten für Pkw höchstens 100 km/h. Eine Freilandstraße ist laut Gesetz jede Straße außerhalb von Ortsgebieten. Die Autobahn ist also rechtlich ebenfalls eine Freilandstraße, hat aber ihre eigene Zahl.

Auf vielen Abschnitten zeigen Schilder ein niedrigeres Limit. Ein Schild mit einer Zahl gilt ab seinem Standort, bis das Ende der Beschränkung angezeigt wird. Passt die 100 nicht zur Straße, gilt ohnehin die Pflicht aus § 20 Absatz 1, das Tempo anzupassen. Das gilt besonders auf schmalen Bergstraßen und bei Nässe.

Der Blick auf die Unfallzahlen in Deutschland zeigt, warum das wichtig ist: Dort entfallen laut ADAC rund 57 Prozent aller Verkehrstoten auf Landstraßen, bei nur etwa 40 Prozent der Fahrleistung. Landstraßen verlangen also auch bei erlaubten 100 km/h besonders viel Aufmerksamkeit.

Wie schnell darf man im Ortsgebiet fahren?

Im Ortsgebiet gelten in Österreich grundsätzlich 50 km/h, ab der Ortstafel und bis zum Schild Ortsende. Das Ortsgebiet ist laut § 2 der Straßenverkehrsordnung genau so definiert: als Straßennetz zwischen diesen beiden Hinweiszeichen. Entscheidend ist also das Schild, nicht ob du Häuser siehst.

Gilt in Österreich im Ortsgebiet Tempo 30?

Nein, allgemein gilt im Ortsgebiet weiter Tempo 50, doch viele Städte haben große Teile ihres Netzes niedriger eingestuft. Laut ÖAMTC sind in Wien und Salzburg mehr als 70 Prozent der Straßen verkehrsberuhigt. In Graz ist auf Basis von § 20 Absatz 2a „Tempo 30 ausgenommen Vorrangstraßen“ verordnet, ein Modell, das die Stadt seit rund 30 Jahren nutzt.

Was hat die StVO-Novelle 2024 geändert?

Seit dem 1. Juli 2024 können Behörden Limits in besonders schutzbedürftigen Bereichen leichter senken. § 43 Absatz 4a nennt beispielhaft Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen, Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen. Der ÖAMTC weist darauf hin, dass die allgemeine Grenze von 50 km/h bleibt und Gemeinden nicht einfach einen ganzen Ort zur Tempo-30-Zone erklären können. Die Maßnahme muss erforderlich und verhältnismäßig sein. Unter bestimmten Bedingungen dürfen Gemeinden laut ÖAMTC seither auch selbst Radarmessungen durchführen.

Wie erkenne ich eine Tempo-Zone in Österreich?

Eine Zone beginnt mit dem Zeichen „Zonenbeschränkung“ und endet mit dem Zeichen „Ende einer Zonenbeschränkung“. Dazwischen gilt die Beschränkung auf allen Straßen des Gebiets, auch ohne Wiederholung. Das Ende-Zeichen kann auf der Rückseite des Schildes für die Gegenrichtung angebracht sein.

Was bedeutet IG-L auf der Autobahn?

IG-L steht für Immissionsschutzgesetz-Luft, und auf der Autobahn bedeutet es ein Tempolimit zum Schutz der Luft, meist 100 km/h. Das Gesetz erlaubt Geschwindigkeitsbeschränkungen, um die Schadstoffbelastung zu senken, in Tirol etwa wegen zu hoher Stickstoffdioxid-Werte an Messstellen entlang der Autobahn. Die Beschränkung gibt es in zwei Formen:

  • Permanent: Das Limit steht fest und gilt immer.
  • Flexibel: Elektronische Anzeigen schalten es je nach erwarteter Belastung ein und aus. Das Foto zu diesem Artikel zeigt eine solche Anzeige auf der A 12.

Du erkennst das Limit am Hinweis IG-L auf der Anzeige oder am Schild. Der Zusatz macht den Wert nicht weniger verbindlich: Ein angezeigtes Limit gilt wie jedes andere auch.

Wo gilt das IG-L-Tempolimit 2026 noch?

Das IG-L-Tempolimit gilt 2026 weiter in Tirol auf Teilen der A 12 und der A 13 und flexibel auf der A 1 zwischen Linz und Enns, während andere Abschnitte weggefallen sind. Die Landkarte hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, die Länder entscheiden selbst.

  • Tirol: Seit dem 20. November 2014 gilt laut Land Tirol eine permanente Beschränkung auf 100 km/h auf Teilen der Inntalautobahn A 12 und einem Teilabschnitt der Brennerautobahn A 13. Im Oberland zwischen Imst und Landeck wurde der Luft-100er 2023 aufgehoben.
  • Oberösterreich: Auf den rund 13 km der A 1 zwischen Linz und Enns schaltet eine flexible Anlage Tempo 100. Von Mai 2025 bis April 2026 war das in 13 Prozent der Betriebszeit der Fall, am häufigsten am Abend und am Wochenende.
  • Salzburg: Das Limit auf der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Golling endete am 13. November 2023 nach 18 Jahren.
  • Steiermark: Seit dem 18. April 2025 gibt es auf den betroffenen Teilen von A 2 und A 9 kein IG-L-Limit mehr. Es gelten dort wieder 130 km/h, sofern nichts anderes angezeigt wird.

Warum gilt in Tirol ein dauerhaftes Tempo 100?

Tirol begründet das Limit mit Stickstoffdioxid-Werten, die an Messstellen entlang der Autobahn nicht eingehalten wurden, unter anderem in Vomp, Kundl und Mutters-Gärberbach. Begonnen hatte es 2006 mit einem Winter-Tempolimit auf einzelnen Abschnitten. Ab 2007 schaltete eine Verkehrsbeeinflussungsanlage das Limit je nach Belastung, bevor es 2014 dauerhaft wurde.

Kann das IG-L-Tempolimit in der Steiermark zurückkommen?

Das ist offen, denn die Steiermark misst die Luft auf A 2 und A 9 weiter. Seit Juli 2025 erfassen zwei neue Messstellen dort Feinstaub und Stickstoffdioxid, eine erste Bewertung war für den Spätsommer 2026 geplant. Für die ab 2030 geltenden EU-Grenzwerte will das Land Maßnahmen gesondert prüfen.

Was gilt auf der A 2 bei Graz?

Zwischen den Knoten Graz-Ost und Graz-West gelten weiterhin 100 km/h, aber nicht mehr nach IG-L. Seit dem 26. Mai 2026 beruht das Limit auf den rund fünf Kilometern auf der Straßenverkehrsordnung und gilt deshalb für alle Pkw, auch für Elektroautos.

Gilt das IG-L-Tempolimit auch für Elektroautos?

Nein, reine Elektroautos und Wasserstoffautos sind vom IG-L-Tempolimit auf Autobahnen und Schnellstraßen ausgenommen, wenn sie entsprechend gekennzeichnet sind. So steht es in § 14 des Immissionsschutzgesetzes-Luft, und die Strecke muss mit Hinweisschildern darauf aufmerksam machen. Dort dürfen sie laut ADAC 130 km/h fahren, wenn keine andere Geschwindigkeit angeordnet ist.

  • Die Ausnahme gilt laut ADAC auch für ausländische Autos, sofern das Kennzeichen als E-Kennzeichen erkennbar ist.
  • Plug-in-Hybride mit E-Kennzeichen zählen nicht dazu, die Ausnahme gilt nur für reine Elektroautos.
  • Limits, die nicht auf dem IG-L beruhen, gelten auch für Elektroautos, wie das Beispiel auf der A 2 bei Graz zeigt.

Was bedeutet das für deine nächste Fahrt durch Österreich?

Für deine nächste Fahrt durch Österreich heißt das: Merke dir die drei Grundzahlen und vertraue ansonsten den Anzeigen, denn gerade auf der Transitroute wechselt das Limit oft. Wer in den Urlaub nach Süden fährt, sitzt meist lange im Auto, oft mit Kindern, Gepäck oder Wohnwagen. Da hilft alles, was den Kopf frei macht.

Auf langen Etappen ist Ghost ein angenehmer Begleiter. Die App warnt dich etwa 700 m vor bekannten festen Blitzern und Abschnittskontrollen und bei 250 m noch einmal, mit einem einzigen Ton und ohne Sprachansage. Sie läuft im Hintergrund neben jeder Navi-App, auf CarPlay, Android Auto und der Apple Watch, und kennt mehr als 125.000 Blitzer weltweit. So kannst du entspannt über die Grenze fahren und musst dich nicht in jede Regel neu einlesen. Vor Polizeikontrollen warnt Ghost nicht, und Radar erkennt es nicht.

In Österreich begegnet dir außerdem oft die Abschnittskontrolle. Wie sie arbeitet und wo sie steht, erfährst du im Ratgeber zur Section Control in Österreich.