In Deutschland gibt es vier große Gruppen von Blitzern: stationäre Anlagen wie Starenkästen und Messsäulen, teilstationäre Blitzeranhänger, mobile Messgeräte und die Ampelblitzer an Kreuzungen. Die Abschnittskontrolle ist dagegen derzeit nicht im Einsatz, denn die einzige Anlage auf der B6 bei Hannover lief nur bis Ende 2023. Gemessen wird mit Radar, Laser oder Sensoren in der Fahrbahn, und allein in Köln stehen laut Stadt 56 feste Anlagen.
| Art | So misst er | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Starenkasten | Oft Sensoren in der Fahrbahn, Foto aus dem Kasten | Feste Gefahrenstellen |
| Messsäule | Lidar-Laser über mehrere Fahrstreifen | Ersetzt zunehmend Starenkästen |
| Ampelblitzer | Schleifen hinter der Haltelinie oder Kopplung an die Ampel | Kreuzungen |
| Blitzeranhänger | Scannender Lidar-Laser, ohne Personal vor Ort | Unfallschwerpunkte, Autobahnen, Schulwege |
| Mobile Geräte | Radar, Laser oder Videonachfahrsystem | Wechselnde Orte |
| Abschnittskontrolle | Durchschnitt zwischen zwei Punkten | In Deutschland zurzeit nicht in Betrieb |
Welche Blitzer gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es feste, teilstationäre und mobile Blitzer, die sich vor allem darin unterscheiden, wie lange sie an einem Ort bleiben. Der Begriff Blitzer ist dabei umgangssprachlich, im Amtsdeutsch heißt es Geschwindigkeitsüberwachungsgerät. Für dich als Fahrerin oder Fahrer zählt vor allem diese einfache Einteilung:
- Stationäre Blitzer: fest eingebaute Anlagen wie der klassische Starenkasten oder die schlanke Messsäule.
- Teilstationäre Blitzer: Anhänger oder ähnliche Einheiten, die mehrere Tage ohne Personal an einem Ort stehen.
- Mobile Blitzer: Geräte, die Polizei oder Stadt für eine Messung aufbauen oder aus dem Fahrzeug bedienen.
- Ampelblitzer: feste Anlagen an Kreuzungen, die Rotlichtverstöße festhalten, oft auch das Tempo.
- Abschnittskontrolle: misst den Durchschnitt über eine Strecke und ist in Deutschland zurzeit nicht in Betrieb.
Eine bundesweite Gesamtzahl aller Anlagen haben wir bei keiner Behörde gefunden, weil Länder und Kommunen jeweils selbst zuständig sind. Einzelne Städte nennen ihre Zahlen aber offen: Köln etwa führt 56 stationäre Anlagen, 13 semistationäre und 9 mobile Messgeräte auf.
Wie funktioniert ein stationärer Blitzer?
Ein stationärer Blitzer misst dein Tempo an einem festen Punkt und löst bei einer Überschreitung ein Foto aus. Das Messprinzip hängt von der Bauform ab. Düsseldorf beschreibt die beiden wichtigsten Typen auf seiner Internetseite besonders anschaulich.
Wie funktioniert ein Starenkasten?
Beim klassischen Starenkasten sitzt die Messung meist nicht im Kasten, sondern in der Straße. In Düsseldorf liegen Piezo-Drucksensoren in der Fahrbahn, und aus ihrem Abstand ergibt sich die Geschwindigkeit. Der Kasten am Straßenrand macht nur das Foto.
Wie funktioniert eine Messsäule?
Die Messsäule misst mit einem Lidar-Laser und erfasst dabei mehrere Fahrstreifen gleichzeitig. In die Fahrbahn muss dafür nichts eingebaut werden. In Düsseldorf ersetzen solche Säulen nach und nach die alten Starenkästen. Das Foto zu diesem Artikel zeigt eine solche Säule an einer Landstraße in Mecklenburg-Vorpommern.
Wie funktioniert ein Ampelblitzer?
Ein Ampelblitzer erkennt, ob ein Fahrzeug bei Rot über die Haltelinie fährt. Bei klassischen Anlagen liegen dafür Induktionsschleifen hinter der Haltelinie und lösen zwei Fotos aus. Das zweite Bild, kurz danach aufgenommen, zeigt, ob jemand tatsächlich weitergefahren ist oder nur knapp hinter der Linie gehalten hat. Moderne Säulen sind mit der Ampel verbunden und bestimmen die Rotzeit automatisch.
Wie funktioniert ein Blitzeranhänger?
Ein Blitzeranhänger ist ein Messgerät in einem robusten Anhänger, das ohne Personal mehrere Tage am Straßenrand arbeitet. Fachleute nennen ihn auch Enforcement Trailer. In Baden-Württemberg kam der erste Anhänger 2018 zur Polizei, und 2020 hieß es, bis 2021 sollten insgesamt elf Polizeipräsidien je einen erhalten.
- Laufzeit: In Baden-Württemberg arbeitet der Anhänger bis zu zehn Tage autonom, in Düsseldorf reichen die Akkus für mindestens fünf Tage.
- Reichweite: Die Anlage in Baden-Württemberg misst bis zu vier Fahrstreifen gleichzeitig, in beiden Fahrtrichtungen.
- Fahrzeugarten: Sie unterscheidet automatisch etwa Pkw und Lkw, kann also auch dort messen, wo verschiedene Limits gelten.
- Schutz: Alarmanlage und robuste Bauweise sollen Vandalismus und Diebstahl verhindern.
Der große Vorteil für die Behörden: Das Gerät kann dort messen, wo sich fest eingebaute Technik nicht lohnt und Personal am Rand einer schnellen Straße gefährdet wäre. Baden-Württemberg setzt seine Anhänger vor allem auf Autobahnen ein, dazu auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerorts, besonders an Unfallschwerpunkten. In Köln steht die semistationäre Technik vor allem in Tempo-30-Zonen, auf Schulwegen und im Umfeld von Schulen, Kitas, Seniorenheimen und Krankenhäusern.
Gibt es in Deutschland eine Abschnittskontrolle?
Nein, derzeit ist in Deutschland keine Abschnittskontrolle in Betrieb. Die einzige Anlage stand laut ADAC auf rund 2,2 km der B6 bei Hannover, zwischen Gleidingen und Laatzen. Nach einem Pilotprojekt lief sie von Januar 2021 bis Dezember 2023 im Regelbetrieb.
Anfang 2024 wurde sie abgeschaltet. Die Polizei Hannover nannte neue gesetzliche Vorgaben zum Mess- und Eichverfahren verschlüsselter Daten als Grund. Für einen Weiterbetrieb wäre eine Nachrüstung nötig gewesen, die der Hersteller aus wirtschaftlichen Gründen nicht plant.
Hessen und Sachsen-Anhalt hatten eigene Prüfungen angestoßen, im Landkreis Friesland war ein Standort im Gespräch. Ohne Anbieter lassen sich neue Anlagen laut ADAC derzeit aber nicht einführen, eine weitere Anlage ist vorerst nicht absehbar (Stand: Januar 2026). Bis November 2026 haben wir keine Meldung über eine neue Strecke gefunden. Ganz anders sieht es bei den Nachbarn aus: Wie die Section Control in Österreich funktioniert, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Wie funktioniert eine Abschnittskontrolle?
Eine Abschnittskontrolle misst nicht an einem Punkt, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer bekannten Strecke. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt beschreibt das Prinzip so: Am Anfang und am Ende entstehen Bilder mit Zeitstempel, und aus Fahrzeit und Strecke ergibt sich das Tempo.
Wie messen Blitzer die Geschwindigkeit?
Blitzer messen die Geschwindigkeit mit Radarwellen, Laser oder aus der Zeit, die ein Fahrzeug für eine bekannte Strecke braucht. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, kurz PTB, teilt die Geräte nach ihrem Messprinzip ein:
- Radar: Verkehrsradargeräte nutzen den Dopplereffekt reflektierter Radarwellen.
- Laserscanner: Sie verfolgen Fahrzeuge mit einem scannenden Lidar über mehrere Fahrstreifen.
- Handlaser: Eine Person visiert das Fahrzeug durch ein Zielfernrohr an, das Gerät berechnet das Tempo aus der Laufzeit von Laserimpulsen.
- Breitstrahl-Laser: Sie messen aus der Änderung des Abstands über die Zeit und kommen ohne Anvisieren aus.
- Weg-Zeit-Messung: Helligkeitssensoren, Drucksensoren oder Induktionsschleifen stoppen die Zeit über eine bekannte Strecke.
- Videonachfahrsystem: Ein Polizeifahrzeug folgt dem Fahrzeug und misst dabei dessen Tempo.
Wer prüft Blitzer in Deutschland?
Für die Technik ist in Deutschland die PTB in Braunschweig die zentrale Fachstelle. Sie führt auf ihrer Fachseite die Geräte mit einer Baumusterprüfbescheinigung, gegliedert nach Laser, Radar, Helligkeits- und Drucksensoren (Stand: September 2025).
Wer stellt Blitzer auf und wo stehen sie?
Blitzer stellen Polizei und Kommunen auf, und zwar vor allem dort, wo Unfälle passieren oder besonders Schutzbedürftige unterwegs sind. In Düsseldorf überwachen sowohl das Ordnungsamt als auch die Polizei das Tempo. Städtische Messungen sind dort nur an Gefahrenstellen erlaubt, also an Unfallhäufungen oder Abschnitten mit erhöhtem Risiko, etwa mit vielen Fußgängern und Radfahrern. Ein Tempolimit allein reicht als Grund nicht aus.
Die Unfallkommission prüft die Düsseldorfer Messstellen jedes Jahr, und mehrere Anlagen wurden bereits abgebaut, weil die Unfallzahlen gesunken sind. Das zeigt gut, worum es bei der Technik gehen soll: um gefährliche Stellen, nicht um eine bestimmte Straße für immer. Manche Städte wie Düsseldorf veröffentlichen ihre Messorte auch selbst, ein Blick auf die Internetseite deiner Stadt lohnt sich also.
Welche neuen Blitzer gibt es in Deutschland?
Neue feste Anlagen entstehen vor allem an bekannten Unfallschwerpunkten und stark befahrenen Strecken, wie zwei Beispiele aus Köln zeigen. Auf der Stadtautobahn B 55a ging am 14. August 2025 eine feste Messanlage in Betrieb, dort sind 80 km/h erlaubt. Die Unfallkommission aus Stadt, Polizei, Bezirksregierung und Straßen.NRW hatte sie beschlossen, nachdem es an der Stelle mehrfach zu teils schweren Unfällen gekommen war.
Am 5. Februar 2026 folgten neue stationäre Anlagen auf der Zoobrücke, einer der am stärksten befahrenen Verkehrsachsen der Stadt. Sie überwachen das Limit von 50 km/h und werden mit Brennstoffzellen versorgt. Die Stadt nennt als Ziel mehr Sicherheit für alle und den Schutz des Bauwerks.
Besonders oft gemessen wird dort, wo die Limits niedrig sind. Was in Wohnstraßen und vor Schulen gilt, liest du im Ratgeber zu Tempo 30 und der neuen StVO. Für längere Strecken hilft dir der Überblick zum Tempolimit auf der Autobahn.
Wie funktionieren mobile Blitzer?
Mobile Blitzer sind Messgeräte, die Polizei und Städte für einen Einsatz aufbauen oder aus dem Fahrzeug heraus bedienen. Ihr Vorteil ist die Beweglichkeit, denn sie lassen sich schnell dorthin bringen, wo gerade ein Problem auftritt. Baden-Württemberg beschrieb 2018 seinen Technikmix so:
- Zivile Video-Fahrzeuge: Sie folgen einem Fahrzeug und zeichnen dessen Tempo auf.
- Handlasermessgeräte: Damit war jedes Polizeirevier ausgestattet.
- Digitale Geschwindigkeitsmessgeräte: Jedes Präsidium verfügte über mindestens ein Gerät.
- Digitale Abstandsmessanlagen: Sie kontrollieren den Abstand zwischen Fahrzeugen, nicht nur das Tempo.
Für Köln nennt die Stadt neun mobile Messgeräte. Die Messung selbst folgt denselben Prinzipien wie bei festen Anlagen, nur der Standort wechselt. Weil das so ist, gibt es bei mobilen Messungen keine verlässliche Vorwarnung. Am sichersten fährst du deshalb überall so, wie es das Schild verlangt.
Was bedeutet das für deine nächste Fahrt?
Für deine nächste Fahrt heißt das: Feste Blitzer stehen dort, wo es erfahrungsgemäß gefährlich ist, und jedes Tempolimit hat einen Grund. Wer das im Kopf hat, fährt an solchen Stellen ruhiger, und das ist am Ende der eigentliche Sinn der Technik. Trotzdem übersehen auch aufmerksame Menschen einmal ein Schild, gerade auf fremden Strecken, im dichten Verkehr oder nach einem langen Arbeitstag.
Hier kommt Ghost ins Spiel. Die App warnt dich etwa 700 m vor bekannten festen Blitzern und Abschnittskontrollen und bei 250 m noch einmal, mit einem einzigen Ton und ohne Sprachansage. Ghost läuft im Hintergrund neben jeder Navi-App, auf CarPlay, Android Auto und der Apple Watch, und kennt mehr als 125.000 Blitzer weltweit. So hast du den Kopf frei für die Straße und weißt früh genug, dass eine feste Anlage kommt.
Ehrlich gesagt gehört auch das dazu: Vor Polizeikontrollen warnt Ghost nicht, und Radar erkennt es nicht. Das Schild am Straßenrand bleibt deshalb immer dein wichtigster Begleiter.